Reisetagebuch Savikunterbunt – Teil 4
Der schnelle Ritt nach Griechenland
Die Zeit bisher war wunderschön. Wir haben so viel gesehen und uns langsam auf das Leben im Bus eingestellt. In den letzten Wochen hat sich einiges verändert und immer wieder angepasst – nicht nur, um es etwas komfortabler zu haben, sondern auch, um unseren Alltag unterwegs besser zu gestalten: Frühstücken, Spülen, Wasser auffüllen, Einkäufe verstauen, Strom erzeugen – all diese Dinge gehören inzwischen ganz selbstverständlich dazu.
Auch die Orte, die wir bisher besucht haben, waren wundervoll. Besonders Kroatien hat uns beeindruckt: die felsigen Küsten, die großen Steine und das glasklare Wasser – einfach traumhaft. Doch mit der Zeit wuchs auch eine gewisse Unruhe in uns. Die Frage, ob wir wirklich problemlos nach Griechenland einreisen dürfen, wurde immer präsenter. Es war inzwischen September, und obwohl unser Ziel schon greifbar nah schien, lagen noch viele Kilometer und einige Unsicherheiten vor uns.
“In meinem Leben geht es um mich.”
Vivi und Sascha
Eintrag Vivi, Freitag der 10.09.2021
Sind jetzt auf dem Weg nach Griechenland. Mussten uns heute Morgen testen lassen. War auch hier in Kroatien ganz unkompliziert. Mittlerweile sind wir in Bosnien, haben gerade die Grenze überquert. Tatsächlich bin ich immer noch total aufgeregt am Grenzübergang. Richtig schissi. Obwohl wir ja nichts zu verbergen haben. Dieses Mal mussten wir allerdings auch unsere Antigentests vorzeigen. Der QR-Code ist wichtig und natürlich unsere Reisepässe.
Die Straßen hier in Bosnien sind oftmals nicht ganz so dolle. Eine Autobahn scheint es hier nicht zu geben. Ähnlich wie in Kroatien gibt es hier viele Ruinen – Lost Places. Hier laufen Kuhherden auf der Straße oder der Ziegenhirte mit seiner Ziegenherde. Es gibt viele kleine Friedhöfe oder Dörfer, die wie Geisterorte wirken. Lost Places ohne Ende. Leider erleben wir Kroatien wie auch Bosnien sehr vermüllt. Es ist so traurig zu sehen, wie Menschen mit ihrer Umwelt umgehen. Gerade eine Frau gesehen, die am Straßenrand Müll verbrannt hat.
In Kroatien hatten wir heute Vormittag noch zwischen 25 und 30 Grad. Hier in Bosnien sind es derweil gefühlt 15 bis 17 Grad.
Ich kann mich noch gut an eine Situation erinnern, als wir auf dem Weg waren. Wir mussten über einen Pass fahren, und die Straße war eigentlich nur für ein Auto ausgelegt. Natürlich kam uns ausgerechnet dann Gegenverkehr entgegen. Vivi saß auf der Seite zum Abhang hin, ich auf der Bergseite. Je höher wir fuhren, desto näher rückte sie zu mir – ihre Augen wurden immer größer, und der Gegenverkehr nahm kein Ende. Irgendwann hatten wir schon fast einen kleinen Stau, und zu unserem Erstaunen begannen die Autos hinter uns sogar zu überholen – obwohl wirklich überhaupt kein Platz war.
Als uns schließlich ein alter Hymer entgegenkam, hielten wir an. Wir begrüßten uns kurz, wechselten ein paar Worte – ganz entspannt, fast schon freundschaftlich. Es war eine dieser Begegnungen, die mitten im Chaos plötzlich ruhig und schön werden.
Oben angekommen, nach all den Serpentinen, sahen wir dann endlich den Grund für den stockenden Verkehr: Ein Ziegenhirte stand mitten auf der Straße – umringt von seiner ganzen Herde. Der Anblick war einfach herrlich. Dieses Bild, wie die Ziegen gemütlich über den Pass ziehen, während Autos hupen und Menschen lachen, werde ich wohl nie vergessen.
Eintrag Vivi, Samstag der 11.09.2021
Wir sind gestern Abend einfach eine Seitenstraße gefahren und haben am Straßenrand geschlafen – hier in Albanien. Die Nacht war ruhig, und heute geht es weiter nach Griechenland. Wir haben 6 Uhr. Die Grenze von Albanien nach Griechenland schließt um 19 Uhr. Das werden wir wohl schaffen.
Albanien ist recht kaputt und dreckig. Zwischendrin steht immer mal wieder so ein Prunkgebäude, Hotels ähnlich wie in der Türkei. Es war schon recht früh dunkel und die Straßen nicht beleuchtet. Fahrradfahrer fahren auf der falschen Seite ohne Licht. Ein bisschen crazy und wild auf den Straßen.
Wie auch in Montenegro laufen hier überall Straßenhunde herum. Auch hier wird der Müll einfach auf einen Haufen gekippt und verbrannt. Habe gerade einen Einheimischen dabei beobachtet, wie er am Straßenrand sitzt, sein Brötchen auspackt, den Müll auf den Boden schmeißt und isst.
Mir ist das jetzt schon des Öfteren aufgefallen in verschiedenen Ländern, dass es oft Einheimische sind, die den Müll liegen lassen. Es ist wirklich krass, wie viele Gebäude hier angefangen wurden zu bauen und halbfertig dann rumstehen. Wie alt und kaputt alles ist. So etwas kann ja auch oft seinen Charme haben, wie z. B. in Venedig oder Frankreich. Hier wirkt eher alles zum größten Teil sehr arm.
Hier ist viel Polizei unterwegs, und es gibt viele Straßenkontrollen. In Albanien reiten sie tatsächlich auf Eseln – okay, auf Eselkarren.
An die Geschichte mit der „Autobahn“ im Dunkeln in Albanien kann ich mich noch sehr gut erinnern. Wir sind dann schnell Richtung Grenze nach Griechenland gefahren und aus einer kleinen Stadt heraus auf die Autobahn – in Anführungszeichen, weil man sie so nur schwer nennen kann.
Plötzlich kam uns auf unserer Spur eine ältere Frau auf einem ganz alten, klapprigen Fahrrad ohne Licht entgegen. Die Autobahn war natürlich auch nicht beleuchtet, es war stockduster. Und sie fuhr todesmutig einfach an uns vorbei.
Das ist Albanien für uns: fremd, unberechenbar, manchmal gefährlich – aber eben auch lebendig und echt. Heute, nach all den Jahren und vielen Reisen durch Europa und die Welt, ist es ein ganz normales Bild für uns geworden. Völlig normal, wie in anderen Ländern auch – nur vielleicht in Deutschland ein klein wenig anders.
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