Logbucheintrag 10.04.2026 – die Schlei
Natürlich kann es immer mal Probleme, Defekte oder Reparaturen an einem Boot geben. Vieles wird unter großer Belastung benutzt und einiges wiederum nur sehr selten. So passiert es ganz schnell – und natürlich genau dann, wenn es eigentlich überhaupt nicht passieren sollte oder wenn man gerade darauf angewiesen ist.
Ich war also in Kiel angekommen und lag vor Anker in Friedrichsort. Alles war neu und ich hoffte, alles richtig zu machen. Der Wind frischte auf und der Schwell aus der Förde lief direkt in die Ankerbucht, was eine sehr unruhige Nacht zur Folge hatte. Aber irgendwie war das egal. Ich freute mich einfach nur, es bis hierhin geschafft zu haben.
Außerdem freute ich mich auf das Treffen mit der lieben Anne. Sie hatte sich bereit erklärt, mein Beiboot in Empfang zu nehmen. Wir hatten uns im Hafen verabredet, in dem ich bereits einige Tage vorher für eine Nacht lag, um Besorgungen zu machen, Wasser aufzufüllen und Wäsche zu waschen.
Mit dem Beiboot würde vieles einfacher werden. Also wollten wir uns dort treffen. Ich konnte für zwei Stunden im Hafen „parken“ und wir wollten zusammen Kaffee trinken und Kuchen essen.
Am Morgen, als es soweit war, standen die beiden bereits am Anleger. Ich holte den Anker auf und fuhr los. Es war zwar etwas mehr Wind, aber das sollte kein Problem darstellen. Zuerst musste ich aus der Bucht heraus und um eine Tonne herum, die die Untiefen markierte.
Kurz vor dieser Tonne passierte es dann.
Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass der Motor Leistung verliert und das Boot langsamer wird. Im nächsten Moment war überall Rauch, meine Rauchmelder gingen an und der Motor ging aus.
Ohne lange nachzudenken rollte ich ein Stück vom Vorsegel aus, um nicht manövrierunfähig zu werden und wieder Fahrt aufzunehmen. Die Tonne kam mir nämlich bedrohlich nahe.
Die einzige Chance war, zurück in die Bucht zu segeln und dort den Anker fallen zu lassen.
Diese paar Sekunden werde ich wohl nie vergessen. Das Adrenalin, die Anspannung – es war einfach unbeschreiblich. Ich kreuzte also zurück in die Bucht und warf den Anker.
Nachdem ich wieder Herr über die Lage und auch über mich selbst war, schaute ich sofort ins Innere des Schiffes und in den Motorraum.
Alles war voller Rauch und Abgase. Der Motorraum war nass und ziemlich schnell hatte ich das Problem gefunden:
Der Abgaskrümmer vom Motor war durchgerostet und hatte ein sehr großes Loch. Genau dort waren die Abgase und das Kühlwasser ausgetreten und ins Innere des Bootes gelangt.
"Die Kette nützt nichts, wenn sie im Kasten liegt."
Tja, hätte ich jetzt nur mein Beiboot.
Denn ohne Motor war der Hafen umso mehr fast unerreichbar. Anne und ihr Mann standen am Ufer und hatten das alles mit angesehen. Wir tauschten uns aus und tatsächlich fanden sie eine Möglichkeit, damit ich mein Beiboot doch noch bekommen sollte.
Jemand aus dem Hafen fuhr gerade mit seinem Motorboot raus und war so freundlich, mir mein Beiboot zu bringen.
Ich war gerettet.
Die nächsten Tage war ich mit Reinigung, Ersatzteilbeschaffung und dem Beiboot beschäftigt. Endlich konnte ich entspannt an Land fahren und war von nun an viel flexibler.
Das Ersatzteil zu bekommen war zum Glück kein großes Problem. Leider war Ostern und dadurch verzögerte sich der Versand. Die Zeit bis zur Lieferung fühlte sich ewig an.
Ich hatte inzwischen so gut es ging alles gereinigt und gelüftet. Außerdem kontrollierte und überprüfte ich alles andere am Motor. Ein Gedanke blieb trotzdem die ganze Zeit:
Ich hoffte einfach, dass der Motor keinen weiteren Schaden genommen hatte.
Als das Ersatzteil endlich eintraf, war ich unglaublich aufgeregt. Ich baute alles wieder zusammen und dann kam der Moment der Wahrheit.

Ich startete den Motor. Und er schnurrte wieder wie ein Kätzchen. Meine Erleichterung war wahrscheinlich im ganzen Hafen zu hören.
So vergingen die nächsten Tage.
Ich genoss meine neu gewonnene Flexibilität und gewöhnte mich langsam daran, jederzeit schnellen Zugang zu Lebensmitteln und Wasser zu haben. Es war ein ganz neues Gefühl, einfach ins Beiboot steigen und an Land fahren zu können.
Ich brachte sogar mein Fahrrad an Land, um noch einfacher und mobiler unterwegs zu sein.
Doch ich wollte nicht die ganze Zeit hier verweilen. Ich wollte wieder segeln, weiter testen und üben, um mich besser auf meine noch bevorstehende Reise vorzubereiten.
Also entstand der Plan, rüber zur Schlei zu segeln. Wieder raus aus der Förde, wieder ein Stück weiter – und vor allem wieder etwas mehr Natur erleben.
Ich hoffe, dir hat mein heutiger Ausschnitt meiner Abenteuer bisher gefallen. Die Bilder zeigen die Aufzeichnung meines Trackers von Trackiwi (Du sparst 10% mit dem Gutscheincode SAVI". Ich werde hier und auch in den kommenden Logbucheinträgen weitere Eindrücke teilen und auch Links zu meinen Routen veröffentlichen.
Ich teste den Tracker aktuell auf meinem Boot, auch wenn er eigentlich eher für ein Wohnmobil gedacht ist. Umso mehr freue ich mich, dass ich ihn habe und dich so an meinen Orten und Strecken teilhaben lassen kann.
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Hallo Sascha, es war ein spannender Artikel. Toll das alles so gut geklappt hat. Ich wäre aufgeschmissen gewesen.😁 LG Silvia