Logbucheintrag 22.04.2026 – wieder in der Natur
Ich war nicht wirklich vorbereitet. Ich hatte zwar geschaut, wo ich hin wollte, mir einen Ankerplatz ausgesucht und die Route abgesteckt, aber das Wetter hatte ich nicht gut genug geprüft.
Gegen Mittag verzog sich der Nebel, der schon den ganzen Morgen in der Förde lag. Ich konnte sehen, dass zwar weit hinten auf der Förde noch Nebel war, aber ich dachte, die See wäre klar. Also lichtete ich den Anker und motorte hinaus auf die Förde in Richtung Schlei.
Bereits nach ein paar Minuten wurde mir klar, dass der Nebel immer noch die gesamte Förde einnahm. Ich konnte ein anderes Segelboot vor mir erkennen und versuchte, mich an ihm zu orientieren. Natürlich in ausreichendem Abstand und außerhalb des Fahrwassers.
Ich hatte es ja bereits ein paar Mal gesagt und geschrieben: Ich lernte jeden Tag auf See etwas Neues. An diesem Tag war die wohl wichtigste Lektion: Fahre nicht bei Nebel.
Ich hörte immer wieder die Nebelhörner und war sehr wachsam. Behielt meinen Vordermann gut im Blick, bis ich plötzlich eine der Schnellfähren direkt vor seinem Bug das Fahrwasser kreuzen sah.
Es sah so knapp aus, dass ich für einen Moment dachte: Das war es für ihn.
Die Fähre war so schnell, so leise und wie aus dem Nichts aufgetaucht. Und genauso schnell war sie wieder verschwunden.
Dieser Moment, dieser Schreck, verfolgte mich noch eine ganze Weile.
Kurz vor der offenen See hisste ich die Segel und die Sicht wurde besser. Es war keine weite Strecke bis in die Schlei und ich navigierte mit meinem neuen Programm. Natürlich hatte ich mich vorher bereits damit auseinandergesetzt, doch die Zeichen auf der Karte waren so klein, dass ich fast eine Fahrwassertonne übersah und nur knapp daran vorbeisegelte.
Sofort prüfte ich die Karte erneut und fand noch weitere Tonnen, die auf meinem Weg lagen. Ich markierte sie direkt, damit mir das nicht noch einmal passieren würde. Bei der schlechten Sicht, trotz des immer mehr schwindenden Nebels, war die Tonne einfach plötzlich vor mir aufgetaucht.
Ich hatte bereits bei Antritt dieser Reise ein sehr geringes Selbstvertrauen. Hin und wieder musste ich die Maschine starten und etwas mitlaufen lassen, da der Wind immer wieder einschlief. Meine Sorge, dass der Motor erneut Probleme machen würde, war immer noch da.
Und so kam es, dass ich die Maschine starten wollte und sie keinen Mucks von sich gab.
Ich wurde nervös und suchte wie verrückt nach dem Fehler. Mein Selbstvertrauen sank immer weiter und meine Gedanken begannen zu kreisen.
Dann sah ich es. Der Hebel, mit dem man die Maschine ausschaltet, war nicht ganz zurückgedrückt. Ich behob meinen Fehler – und sie startete sofort.
Aus dem Impuls heraus schrie ich aus voller Kraft. Einmal. Zweimal. Und ein drittes Mal.
Ich dachte bei mir:
„Sascha, was ist nur los?“
Dieses Gefühl kannte ich so nicht von mir. Mich so klein zu fühlen. So verloren.
Ich schrie es einfach aus mir heraus.
Und es tat gut. Mir ging es gut. Es war wichtig. Und es war richtig.
"Die Kette nützt nichts, wenn sie im Kasten liegt."

Ab da entspannte ich mich.
Der Nebel lichtete sich und ich genoss die Fahrt. Der Wind reichte aus, um zu segeln, und ich fasste sehr schnell wieder Vertrauen zu mir selbst. Es ging vorbei an einem militärischen Sperrgebiet, das ich umsegeln musste, und dann sah ich den Leuchtturm und die Einmündung in die Schlei.
Es war schon spannend. Das erste Mal in einem flachen Fahrwasser zu bleiben. Bei 1,6 Metern Tiefgang und meist nur einem Meter Wasser unter dem Kiel. Aber auch daran gewöhnte ich mich schnell.
Ich folgte dem Fahrwasser und nach kurzer Zeit bog ich rechts ab zu meinem Ankerplatz.
Ich hatte mir eine Stelle nahe an einem Hafen ausgesucht. Ein weiteres Boot lag bereits dort vor Anker, aber der Bereich war groß genug. Es gab nur eine gefährliche Untiefe, von der ich mich gut fernhielt.
Ich ließ den Anker bei gut 2,5 Metern Wassertiefe fallen und gab fast 30 Meter Kette.
Bei näherer Betrachtung ganz ordentlich, aber die Kette nützt nichts im Kasten.
Ich fuhr den Anker ordentlich ein, auch wenn nicht viel Wind angesagt war, und war wieder einmal stolz auf mich, das geschafft zu haben.
Die nächsten Tage waren ruhig und ich konnte mit meinem Beiboot das erste Mal unterwegs an Land. Ich ging eine Runde laufen, um mir das Dörfchen anzuschauen, kaufte ein Brot und genoss die Natur.
Etwas, das mich ebenfalls freute, war, dass mein Bootsnachbar Florian, den ich in Flensburg kennengelernt hatte, auch vorbeikam. Er hatte sich auf den Weg Richtung Kiel gemacht und wir wollten ein paar Tage hier die Gegend erkunden.
Das mit dem Ankern und der Kette ist immer wieder etwas Spannendes für mich.
Der Anker hält das Boot nur bedingt, denn die Kette ist der eigentlich wichtige Teil des Ganzen. Sie hält den Anker in der richtigen Position, nämlich möglichst waagerecht zum Grund, damit er überhaupt funktionieren kann.
Umso erstaunter war ich, wie schnell sich ein Boot, das sogar noch einen zweiten Anker gelegt hatte, durchs Wasser bewegen kann, wenn der Anker nicht mehr hält.
Und wie schnell es dann plötzlich nur knapp an mir vorbeirauschen kann.
Dazu aber mehr im nächsten Eintrag.
Ich hoffe, dir hat mein heutiger Ausschnitt meiner Abenteuer bisher gefallen. Die Bilder zeigen die Aufzeichnung meines Trackers von Trackiwi (Du sparst 10% mit dem Gutscheincode SAVI". Ich werde hier und auch in den kommenden Logbucheinträgen weitere Eindrücke teilen und auch Links zu meinen Routen veröffentlichen.
Ich teste den Tracker aktuell auf meinem Boot, auch wenn er eigentlich eher für ein Wohnmobil gedacht ist. Umso mehr freue ich mich, dass ich ihn habe und dich so an meinen Orten und Strecken teilhaben lassen kann.
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