Logbucheintrag 30.03.2026 – Auf nach Kiel
Ich genoss die Tage hier im Aal Sund. Der Ankerplatz, den ich mir ausgesucht hatte, war perfekt. Durch die Bäume lag ich gut windgeschützt und konnte genau erkennen, wie einige hundert Meter vor und hinter mir immer wieder starke Böen über das Wasser zogen. Leider hatte ich noch kein Beiboot, denn das war noch mit der Post unterwegs, und so konnte ich nicht an Land gehen. Das Ufer war ganz nah und ich beobachtete die Fischer und Spaziergänger. Es war ruhig und idyllisch. Genau das, wonach ich gesucht hatte.
Doch schon bald wollte ich mich auf den Weg nach Kiel machen. Ein recht großer Schlag von über 40 Seemeilen und ich wusste, dass ich mindestens einen ganzen Tag benötigen würde. Ich war aufgeregt und gleichzeitig voller Respekt. So eine lange Strecke war ich bisher noch nicht gesegelt und erst recht nicht über so viel offenes Wasser. Das Wetter hatte ich gut im Blick und wusste, dass es am Morgen noch recht windstill sein würde und zum Nachmittag mehr Wind aufkommen sollte. Gleichzeitig musste ich auf die Zeit achten, denn nachdem ich den Anker gelichtet hätte, würde ich gut eine Stunde bis zur Brücke brauchen. Das musste gut getimt sein, damit ich direkt durchfahren konnte.
lso ging es früh los. Kurz vor acht lichtete ich den Anker und war genau passend um 8:45 Uhr an der Brücke, die bereits geöffnet war und scheinbar noch auf mich wartete. Den Weg dorthin konnte ich schon teilweise segeln, ließ aber den Motor mitlaufen, damit ich die Strecke sicher in der richtigen Zeit schaffen würde. Als ich dann aus der Hafenausfahrt heraus war, fuhr ich in den Wind und hisste das Großsegel.
Ich hatte einmal die Frage bekommen, warum ich so oft nur mit dem Vorsegel segle. Ich habe eine Rollanlage. Das bedeutet, dass ich das Vorsegel – in meinem Fall eine große Genua – direkt vom Cockpit aus ganz leicht ein- und ausrollen kann. Außerdem habe ich dadurch die Möglichkeit, das Segel bei mehr oder weniger Wind kleiner oder größer zu machen. Das Vorsegel kann ich sogar setzen, ohne das Schiff komplett in den Wind drehen zu müssen.
Beim Großsegel ist das etwas aufwendiger. Zwar kann ich auch dieses Segel vom Cockpit aus setzen und wieder bergen, doch dafür muss ich das Schiff immer direkt in den Wind steuern. Das bedeutet, aktiv den Kurs zu ändern, das Segel zu setzen und danach wieder auf Kurs zu gehen. Wenn mehr Wind aufkommt, muss ich zusätzlich nach vorne aufs Deck, um das Segel zu reffen, also zu verkleinern. Dafür muss ich erneut in den Wind drehen, das Segel etwas einholen, aufs Deck gehen und eine Öse in einen Haken einhängen. Danach wieder zurück ins Cockpit, das Reff dichtziehen und anschließend das Großsegel erneut setzen, bevor ich meinen Kurs wieder aufnehmen kann. Das klingt komplizierter als es eigentlich ist, doch für kurze Strecken ist es oft einfach zu aufwendig.
"Die Kette nützt nichts, wenn sie im Kasten liegt."
Nachdem ich das Großsegel gesetzt hatte, steuerte ich meinen Kurs und rollte die Genua aus. Es ging gut los und in der Spitze lief das Boot schon mit sieben Knoten über die Logge. Mein Autopilot steuerte das Schiff und ich musste nur ab und zu den Kurs kontrollieren und Ausguck halten. Das ist schon eine interessante Situation. Während man beim Autofahren dauerhaft aktiv dabei sein muss, kann ich beim Segeln schnell mal auf Toilette gehen, einen Kaffee kochen oder gemütlich etwas essen und dabei in der Sonne sitzen.
Gegen Nachmittag, ich war noch gut zehn Seemeilen vor Kiel entfernt, nahm der Wind deutlich zu und ich musste die Segel reffen. Dabei verkleinert man die Segelfläche aktiv, um den höheren Druck aus dem gesamten Rigg zu nehmen und Mast, Wanten und Segel zu schonen. Ein Segelboot hat ohnehin nur eine begrenzte maximale Geschwindigkeit, weshalb es keinen Sinn ergibt, bei viel Wind einfach alles draußen zu lassen und dabei Schäden zu riskieren. Für mich war das eine gute Lernaufgabe. Ich konnte die einzelnen Handgriffe üben und gleichzeitig erkennen, was ich später noch verändern oder vereinfachen möchte.
Die letzten Seemeilen bis zu meinem Ankerplatz bin ich schließlich unter Motor gefahren, da der Wind genau von vorne kam und ich keine Lust mehr hatte zu kreuzen. Gegen 18 Uhr fiel der Anker und ich war froh, aber auch ein wenig stolz, diese Strecke geschafft zu haben.

Im Nachhinein hatte ich an diesem Tag großes Glück. Noch heute bekomme ich schwitzige Hände, wenn ich daran denke, was in den darauffolgenden Tagen passiert ist. Zum Glück geschah es dort und nicht schon im Aal Sund. Doch davon mehr im nächsten Eintrag.
Ich hoffe, dir hat mein heutiger Ausschnitt meiner Abenteuer bisher gefallen. Die Bilder zeigen die Aufzeichnung meines Trackers von Trackiwi (Du sparst 10% mit dem Gutscheincode SAVI". Ich werde hier und auch in den kommenden Logbucheinträgen weitere Eindrücke teilen und auch Links zu meinen Routen veröffentlichen.
Ich teste den Tracker aktuell auf meinem Boot, auch wenn er eigentlich eher für ein Wohnmobil gedacht ist. Umso mehr freue ich mich, dass ich ihn habe und dich so an meinen Orten und Strecken teilhaben lassen kann.
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