Logbucheintrag 23.04.2026 – immer noch in der Natur
Bei Kappeln in der Schlei gibt es viele schöne Orte, an denen man gut ankern kann und sehr geschützt liegt, auch wenn etwas mehr Wind aufkommt.
Da es dort aber sehr flach ist, teilweise nur um die 2,5 Meter Wassertiefe, und es auch einige Untiefen gibt, halte ich mich lieber etwas weiter vom Land fern. Vielleicht ist es die Angst, auf Grund zu laufen – oder wie man hier oben sagt: auf Schiet zu sitzen. Vielleicht ist es aber auch einfach noch die Unerfahrenheit mit der gesamten Situation.
Ich war bereits eine Nacht hier gewesen und etwas, das ich mir mittlerweile angewöhnt habe, ist täglich mehrmals das Wetter zu checken. Besonders die Windvorhersage, denn nichts ist unangenehmer, als plötzlich überrascht zu werden.
Abends war Florian noch gekommen und hatte sich etwas oberhalb von mir vor Anker gelegt. Mit uns lag noch ein weiteres Boot in der Bucht, aber ein Stück weiter entfernt.
Mein Telefon habe ich so eingestellt, dass es um 20 Uhr abschaltet und morgens um 8 Uhr wieder aktiv wird. Also eigentlich empfängt es weiterhin alles und meine Favoriten kommen auch bei einem Notfall durch. Aber das Display bleibt dunkel.
Morgens gegen 8 Uhr ploppten auf einmal verpasste Anrufe und Nachrichten auf. Sie waren alle von Florian.
Ich schaute aus dem Fenster und musste etwas suchen, bevor ich ihn sah. Er lag nicht mehr dort, wo er gestern Abend noch gelegen hatte.
Als wir am Nachmittag in meinem Cockpit saßen, erzählte er mir die ganze Geschichte und was sich in der Nacht zugetragen hatte.
Der Wind hatte in der Nacht etwas aufgefrischt und ihm fiel irgendwann auf, dass sich etwas anders anhörte. Als er nach draußen schaute, bemerkte er, dass er die gesamte Bucht nach unten abgetrieben war – trotz Anker und eigentlich genug Kette für die Tiefe.
Er saß auf Schiet.
Zuerst versuchte er, sich mit der Maschine zu befreien, doch das gelang nicht. Dann fuhr er mit seinem Beiboot und einem zweiten Anker raus und warf diesen aus. Mit dem zweiten Anker versuchte er nun, sich wieder vom Schiet herunterzuziehen – was ihm schließlich auch gelang.
"Die Kette nützt nichts, wenn sie im Kasten liegt."
Ich hatte das alles natürlich nicht mitbekommen und es tat mir sehr leid, dass ich ihm nicht helfen konnte. Da der Mond nur wenig Licht abgab, war es in dieser Nacht auch noch ziemlich dunkel.
Er muss nur wenige Meter an mir vorbeigetrieben sein. Berührt hatten sich unsere Schiffe zum Glück nicht. So saßen wir am Nachmittag zusammen, aßen Kuchen, tranken Kaffee und ich schaute auf sein Boot, das jetzt wieder oberhalb von mir lag.
Der Wind hatte etwas zugenommen und irgendwie bekam ich das Gefühl, dass sein Boot näher kommen würde. Es waren nur ein oder zwei Wimpernschläge.
Plötzlich war sein Boot nur noch knapp 20 Meter entfernt und nahm direkten Kurs auf uns. Alles ging auf einmal sehr schnell. Florian sprang in sein Beiboot und paddelte zu seinem Schiff, das schon bedrohlich nahe war. Ich sprang zu den Fendern, die hinten an der Reling über dem Spiegel hingen, und brachte sie auf der Seite aus. Innerhalb von wenigen Sekunden waren beide Schiffe auch schon nebeneinander und zum Glück taten die Fender ihre Arbeit.
Leider hatte sich nun die Leine seines Beibootes mit meiner Ankerkette verhakt, sodass sein Schiff festhing. Also nahm ich mein Messer, schnitt die Leine durch und sicherte sein Beiboot.
Es ist alles gut gegangen.

Trotz zwei Ankern ist er mit seinem Boot durch die halbe Bucht gedriftet, bevor er es wieder unter Kontrolle hatte.
Bevor das alles passiert ist, hätte ich nie für möglich gehalten, dass ein Schiff vor Anker – und sogar mit zwei Ankern – bei mäßigem Wind so schnell treiben kann.
Das hat mich viel gelehrt und heute gehe ich noch sorgsamer mit all dem um.
Eines der wichtigsten Hilfsmittel ist für mich der Ankeralarm geworden. Eine App, die per GPS meinen genauen Standort überwacht und bei der ich einen Radius einstellen kann. So werde ich sofort alarmiert, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert – auch wenn ich mal nicht an Bord sein sollte.
So ging auch dieses Abenteuer zu Ende.
Aber das nächste ließ nicht lange auf sich warten.
Wie schnell es spannend werden kann, wenn die Rollanlage das Vorsegel nicht mehr einrollt und das Ganze auch noch in einem engen Fahrwasser passiert, erzähle ich beim nächsten Mal.
Ich hoffe, dir hat mein heutiger Ausschnitt meiner Abenteuer bisher gefallen. Die Bilder zeigen die Aufzeichnung meines Trackers von Trackiwi (Du sparst 10% mit dem Gutscheincode SAVI". Ich werde hier und auch in den kommenden Logbucheinträgen weitere Eindrücke teilen und auch Links zu meinen Routen veröffentlichen.
Ich teste den Tracker aktuell auf meinem Boot, auch wenn er eigentlich eher für ein Wohnmobil gedacht ist. Umso mehr freue ich mich, dass ich ihn habe und dich so an meinen Orten und Strecken teilhaben lassen kann.
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